 |
|
Jaja... da hat meine Homepage also im Nachhinein doch noch seine Daseinsberechtigung gefunden. Ausgezeichnet und prämiert...das kommt in den Lebenslauf. Nein Spaß beiseite. Die Auszeichung hat mich wirklich überrascht, zumal ich den Kontakt zur Ranke-Heinemann Webseite erst im August hergestellt habe, und freut mich. Vor allem, weil die Seite anscheinend vielen Australieninteressierten oder -begeisterten eine gute Hilfe war und euch vielleicht inspiriert hat, auch mal dieses tolle Abenteuer zu wagen. Das Semester an der University of Queensland in Brisbane hat auf jeden Fall voll gerockt. Dafür habe ich ja Ranke-Heinemann auch schon gedankt, wie in den Zeitungsartikeln auf der Seite hier zu sehen ist. Also schaut euch alle Infos hier an, sammelt soviele Eindrücke ihr könnt und startet auch so eine tolle Reise!
|
Die EM ist ja nun leider vorbei und Deutschland war im Finale gegen Spanien unterlegen. In Deutschland muss der Weg ins Finale eine ziemliche Euphorie ausgelöst haben, so richtig haben wir das aber nicht mitbekommen. Fußball (hier genannt Soccer und nicht Football wie überall sonst auf der Welt) ist hier in Australien nämlich kein großes Ding. Wenn Australien mal wieder gegen den Irak in der Asien-Qualifikation für die kommende WM 0:1 in Bagdad verliert, wird hier schon berichtet. Aber die Krönung des Fußballs in Europa, zu dem sich all die großen Namen und Mannschaften versammeln interessiert hier nicht. Im öffentlichen Fernsehen wurden 6 Spiele gezeigt, darunter nur ein Viertelfinale und das Finale. Kein Halbfinale und drei Viertelfinals (u.a. auch Deutschland). Aber wir Patrioten haben uns davon nicht abschrecken lassen und können (mit einigem Stolz) von uns behaupten, ein Teil von wenigen Auserwählten gewesen zu sein, alle Deutschlandspiele live gesehen zu haben ;-) Die Gruppenspiele konnten wir uns noch in Brisbane anschauen und haben dafür über den Unizugang von Tobi einen deutschen Internetanschluss vorgetäuscht, um über die Internetseite der ARD die Spiele live streamen zu können. Das geht nur von Deutschland aus und erforderte einiges Fingerspitzengefühl. Hat sich bis auf das Polenspiel zu Beginn aber auch gar nicht gelohnt. Für eine Niederlage gegen Kroatien und einen schmeichelhaften Sieg gegen Österreich nachts um fünf Uhr aufzustehen, war schon eine Leistung für sich. Portugal im Viertelfinale war ein tolles Spiel und hat das Meiste wieder ausgemerzt. Zum Halbfinalspiel gegen die Türkei waren wir auf den Whitsunday Islands und fanden kein einziges Hostel oder Hotel, das dieses Highlight zeigen wollte oder konnte. Nach drei Uhr werden nämlich alle Kneipen geschlossen. Überall in Australien, dank der etwas strengeren Gesetze hier. Wir haben aber Jörg losgeschickt, der ungeahnten Ehrgeiz entwickelt hat, dieses Spiel noch zu ermöglichen. In einem Motel haben wir schließlich den Besitzer überreden können, Pay-TV für ein Zimmer zu kaufen und so das Spiel zu ermöglichen. Das spannende war daran nur, dass alle deutschen Backpacker durch die Stadt irrten und nach dem Spiel fragten. Da wir in der ganzen Stadt die einzigen waren, die Zugang hatten, kann man sich vorstellen wie groß der Andrang auf unser Zimmer war. 10 Dollar Eintritt, das Zimmer refinanziert und rappelvoll, krasse Stimmung und ein Sieg der Deutschen. Für diese patriotische Tat Deutschen in Australien ihr verdammtes Recht zu geben, dieses Spiel live zu sehen, könnten wir doch eigentlich mit den Bundesverdienstkreuz geehrt werden. Hätte vielleicht ein ernsthafte Chance. Wenn wir denn Europameister geworden wären. Das Finale haben wir schließlich in Cairns erlebt und genauso lustlos und müde geschaut wie die Deutschen gespielt haben. Der lange Weg (oder Bergtour, wie es in Deutschland wohl immer genannt wurde) war auch uns zu anstrengend. Aber wir haben alles gegeben und gezeigt, dass auch Anteilnahme und Euphorie am anderen Ende der Welt möglich sein kann.
|
Nie geht man so ganz. Eine Redewendung die sicher zu treffen mag, aber dennoch ein komisches Gefühl, am kommenden Sonntag endgültig die Zelte in Brisbane abzubauen und unserer neuen Heimat schon wieder denn Rücken zu kehren. Schmerzhaft wird der Abschied ja nicht so ganz werden, da noch eine spannende Reise gen Norden nach Cairns ansteht. Mariko, unsere japanische Mitbewohnerin und Tobi sind ja bereits ausgezogen und durch zwei Französinnen ersetzt worden. Also alles in einer fließenden Bewegung. Am Freitag werden noch einmal alle Freunde kommen und ein letztes Mal mit uns feiern. Irgendwie ist die Zeit doch schnell rumgegangen, auch wenn wir so viel erlebt und bereist haben. Ein englisches Semester liegt hinter uns, und weißgott haben wir am Anfang nicht damit gerechnet, so gut den australischen Unialltag zu meistern. Gestern erst habe ich meine letzte Klausur in International Relations geschrieben. Zwei offene Frage in zwei Stunden auf Englisch zu komplexen diplomatischen Beziehungen in Asien zu beantworten, war doch im nachhinein betrachtet keine schlechte Leistung. Wenn der Ertrag am Ende auch stimmt, war dieses Semester sehr erfolgreich. Den Unialltag noch einmal anders kennen zu lernen und das am anderen Ende der Welt war sowieso noch einmal eine super Erfahrung. Es warten zwei Monate Reisen auf uns, ich kann es kaum erwarten. Dennoch werden wir Brisbane in Errinerung behalten und sicher einmal wiederkommen. Denn niemals geht man so ganz...
|
Final Exams stehen an! Ein stressige Zeit an australischen Unis. Unser Semester neigt sich mit diesen Juni Tagen nämlich dem Ende zu. Über das gesamte Semester standen schon Hausarbeiten und Übungen an, die wir mehr oder wenig beiläufig zwischen unseren Reisen abgearbeitet haben. Also, nicht beschweren an deutschen Unis. Hier ist das universitäre System besonders strikt abgehalten. Und Höhepunkt ist definitiv immer die Abschlusszeit, in denen die Klausuren geschrieben werden. Meine Klausur in Marine Biology fand mit vielen anderen Kursen (über 1000 Studenten haben geschrieben!) im Konzertsaal der UQ statt. Geschrieben werden durfte erst nach dem Startpfiff, was mir die Aufpasserin nach meinem Frühstart überdeutlich klar gemacht hat. Insgesamt wurde ich noch vier mal verwarnt, mein Name war nicht leserlich geschrieben oder passte mit meinem Studiausweis nicht, ich wollte nach Beendigung aufstehen, was ich nicht durfte und stand schließlich nach der Aufforderung zu spät auf, was mir auch wieder Unverständnis entgegen brachte. Final Exams werden aber auch inszeniert und mit viel Aufwand stressig gestaltet. Hat aber irgendwie auch Spaß gemacht, die Aufpasser mit untypischem Verhalten ein wenig zu verwirren Ein größeres Problem ergibt sich aber mit dem Lernen für Klausuren und dem nächtlichen Schauen der Fußball-Europameisterschaft. Eines von beiden kollidiert immer zwangsläufig mit meinen Schlafenszeiten… Aber da muss ich durch. Gestern hat Deutschland ja sowieso sehr schlecht gespielt und verdient verloren gegen Kroatien. Also die Euphorie hat sich wieder ein wenig gelegt und erlaubt mehr Konzentration auf die Klausuren. Bis zum nächsten Montag gegen Österreich zumindest…
|
Queensland, der Sunshine State? Von wegen! Seit fast einer Woche regnet es nahezu unterbrochen. Das ist absolut rekordverdächtig für diesen Teil von Australien, in dem es von 2000-2004 gar nicht geregnet hat. Verkehrte Welt. In Deutschland scheint es ja mit 30 Grad und Sonne besser zu laufen. Unsere Wohnung ist im Prinzip auch nicht für Regen ausgerichtet. Der Keller ist vollgelaufen und der Strom teilweise ausgefallen. Der Kühlschrank hängt so jetzt am Fernseher dran, damit nicht alle Nahrungsmittel verderben. Den Tag haben wir heute übrigens zum Shoppen im großen Outletstore Brisbane am Flughafen genutzt. Schön die ganzen Surfklamotten eingekauft. Wenn wir schon nicht die ganze Zeit hier surfen können, dann doch wenigstens zu Hause mit den Shirts und Hosen so tun, als wäre dies der Fall gewesen. Spontan waren wir noch im Kino und haben George Clooneys neustes Meisterwerk angeschaut. Hinter uns saßen drei Jungs, die bei Georgy immer gekichert haben. Beim Rausgehen fielen uns ihre Handtaschen und Tangas auf, die aus der Hose blitzten. Wir sind uns immer noch nicht einig, was das zu bedeuten hat. Zumal beim Nachdenken vor der Tür des Kinos ein etwa 8-10 Jahre alter Junge neben uns rauchte, wie selbstverständlich rüber schaute und erstaunt über unsere fragende Gesichter schien. Vielleicht doch nur Einbildung? Nach so schönen, sonnigen Wochen schlagen einem ein paar Tage Regen in Australien doch aufs Gemüt…
|
Fiji – Insel aller Südseeträume? Paradies am Ende der Welt? Wenn man schon in Brisbane am fast Ende der Welt wohnt, kann man einen Abstecher riskieren, um Mythen ein wenig auf die Schliche zu kommen. Vorweg gesagt, Fiji lohnt sich natürlich! Hängt nur davon ab, wo man gerade ist. Eine super teuere Anlage, die extra für Honeymooner, vor allem aus Amerika angelegt ist, kann für junge Reisende schon ziemlich langweilig und wahrscheinlich auch unerschwinglich sein. Backpacker gibt es auch reichlich, nur kann beim recht günstigen Preis einiges im argen liegen. Unser Backpacker lag an der Südseite auf der Korallenbank so ziemlich im Nirgendwo. Heißt, Essen musste im Ressort gekauft und gegessen werden, weil es keine Supermärkte zum selbst Versorgen in der Nähe gab. Schlechteres BBQ habe ich jedenfalls in Australien noch nie gegessen. Aber genug der deutschen Meckerei. Die Zeit war toll, die ersten Regentage haben sich auch schnell aufgelöst und ließen abends unter Palmen Volleyballmatches mit den Leuten vom Ressorts, den Gästen und der lokalen Dorfjugend zu. Wirklich Riesenspaß. In der Hängematte am Strand liegen hat danach wirklich noch mal so viel Spaß gemacht. Schnorcheln war auch möglich, da bei Flut das Riff direkt vorm Ressort lag und tolle Fische beherbergte. Die gesamte Crew von „Findet Nemo“ war vertreten, bis auf die bösen Haie von denen wir keine sehen konnten oder mussten. Der Ausflug nach Suva, in die Hauptstadt war eher ernüchternd. Dreckig, überladen und chaotisch. Sollte mir wohl keine afrikanischen Städte anschauen, die kam denen aber wahrscheinlich schon sehr nahe. Die Menschen sind dafür sehr nett und freundlich.
 
Die Einheimischen Männer sind fast alle 2 Meter groß und sehr athletisch. Wie gemacht für Rugby, dem absoluten Nationalsport Fijis. Erst hier kann man sich erklären, warum bei Weltmeisterschaften Mannschaften aus Fiji oder Tonga teilnehmen und durchaus erfolgreich sind. Leider gilt das auch für die Frauen, die ziemliche Tiere sind und mich beim Anblick der durchtrainierten Waden fast neidisch gemacht haben. In Polynesien ist das Durchschnittsgewicht der Frauen weltweit am höchsten, in Tonga liegt der Schnitt bei 99,5 (!) Kilo. Kein Witz, hab ich von einem Australier, der als Kricketbeauftragter der Australischen Liga schon lange Zeit hier lebt.

Die Natur hingegen ist sehr fein und teilweise spektakulär. Feigenbäume und Mangobäume wachsen rekordverdächtig hoch, und auch der Regenwald ist erstaunlich (zumindest was noch nicht abgeholzt oder gerodet worden ist). In jedem Fall ist es spannend, auf dem Regenwaldtrip auf Jäger zu treffen, die ein erlegtes Wildschwein auf den Schultern transportieren, Oktupusse am Straßenrand kaufen zu können oder dank Äquatornähe einen derart hellen Mond direkt im 90 Grad Winkel direkt am Nachthimmel zu sehen, das fast Tag sein könnte. Fiji ist eben doch ein wenig anders…
|
Die letzten Wochen waren wirklich anstrengend. Fast jeden Tag stand an der Uni ein Abgabetermin für das nächste Assingments, also Hausarbeiten an. Da lag es doch mal wieder auszuspannen und einen Wochenendtrip nach Moreton Island vor Brisbane zu buchen. Im Prinzip wussten wir schon die ganze Zeit, das Moreton Bay, die große Bucht vor Brisbane mit den beiden Inseln Moreton Island und Stradbroke Island weiße Strände und tolle Tiere wie Schildkröten, Delfine oder Dugongs beheimaten. Dieses Wochenende hat es also geklappt. Hat mich ein paar schlaflose Nächte mit meiner Politik-Hausarbeit gekostet, die ich so in knapp drei Tagen fertig stellen musste. Wäre aber so nicht unbedingt schneller gewesen. Die Fähre kostete nur 40 Dollar und der Rest war eh fast umsonst. Direkt am Strand konnten wir auf dem nächsten Campingground nahe Tangalooma campen und hatten die bekannten Schiffwracke, die 40 Meter vom Strand entfernt liegen vor der Nase. Mit Tobi’s Schnorchelausrüstung haben wir uns abgewechselt und das Riff erkundet.

Die Unterwasserwelt dort war toll und voller bunter Fische. Aufgeschreckt habe ich dabei auch eine grüne Suppenschildkröte, die mir fast in die Arme geschwommen ist und dann doch etwas verschreckt davon geschwommen ist. An den Wracks angeln auch immer Australier. Witzig war die großen Thunfische unter den Booten her schwimmen zu sehen ohne die Angelleinen und Köder zu beachten. So nah und doch so fern. Wubegongs, kleine Leopardenhaie lagen auch auf dem Meeresboden vor dem Wrack, sind aber absolut ungefährlich. Abends bei Sonnenuntergang sind wir am Strand spazieren gegangen und entdeckten tatsächlich 10 Meter neben uns im seichten Wasser einen wilden Delfin schwimmen. Wir sind sofort ins Wasser und auch der Delfin kam zu uns.

Ein tolles Erlebnis, so einen Delfin direkt in die Augen zu schauen. Er fand uns ja mindestens genauso interessant und beäugte uns längere Zeit. Nachts haben wir beim Campen und Feuer machen (durften wir eigentlich nicht mit dem Holz aus dem Wald machen, kostet bei Nachweis 375 Dollar Strafe) noch eine Pythonschlange als neuen Mitcamper gefunden, die vom Licht des Feuers und Wassergeruchs von der Dusche 20 Meter neben uns angelockt wurde. Moreton Island war irgendwie ein tierisches Erlebnis…

|
Melbourne ist das kulturelle und kulinarische Zentrum Australiens. Nicht ganz so warm wie in Brisbane (eigentlich war es saukalt!), aber voller Leben. Hier konnten wir endlich mal bis nach 12 Uhr abends in der Kneipe bleiben und echtes irisches Bier kriegen. Dazu Livemusik und Fusi-Match zwischen ManU und Chelsea... Herz was willst du mehr?! Aber auch der Royal Botanical Garden, die University of Melbourne (keine Konkurrenz für die UQ) und die Altstadt sind eine Reise wert.

Von hier nahm auch unser Roadtrip Richtung Great Ocean Road seinen Anfang. Mit einem Camper, der knapp 20 Jahre alt war und mit Grafiti und Guns n Roses Motiven wild angemalt war, war in dem Roadtrip auch genug Abenteuer intergriert. Die Great Ocean Road ist der Inbegriff des Roadtrips in Australiens und eine der schönsten Küstenstraßen weltweit. Hört sich nach Werbung an, ist aber wirklich so gewesen. In Lorne, einer kleinen Küstenstadt und das Sylt für Australier haben wir in der ersten Nacht gecampt und reichlich gefroren. Irgendwie ist in Australien auch nicht immer Sommer und Hitze, zumindest im Süden nicht. War trotzdem eine witzige Sache. Erkältet haben wir uns übrgens auch nicht während der fünf Tage.

Die zwölf Apostel (sieben stehen aber nur noch, weil der Pazifik sich immer wieder mal einen zurück holt) war ein tolles Fotomotiv, aber auch die umliegende Küste war zum Verweilen gut geeignet. Im Trent River reichte der Eukalyptuswald bis an die Küste und in seinen Kronen saßen hunderte Koalabären. Wir hatten natürlich wieder Glück und entdeckten einen direkt am Anfang in Augenhöhe, friedlich Blätter kauen. Den haben wir natürlich für Fotos und streicheln missbraucht ;-)

Der Regenwald in Victoria war ebenso beeindruckend. Hier wachsen die höchsten Bäume der Welt (neben den Mammutbäumen in Kalifornien). Die Urwaldriesen werden über hundert Meter hoch. Aber auch die baumhohen Farne und die spektakulären Wasserfälle waren diese Reise in jedem Fall wert.
|
Vergangenen Freitag war in Australien ein großer Feiertag. Mir ist das erst aufgefallen, als ich morgens im Fernsehen auf allen Kanälen, da selbe Programm gefunden habe. Ein Haufen Offiziere hielten Reden in der Türkei vor dem Marmara-Meer bei nacht (wegen der Zeitverschiebung) Warum in der Türkei? Tja, im ersten Weltkrieg kämpfte das Osmanische Reich (also heute die Türkei) auf Seiten der Mittelmächte mit Deutschland und Östereich-Ungarn gegen die Allierten mit Frankreich, England, Russland und später den USA. Churchill, der damals noch General der britischen Armee war bereitete eine Plan vor, die Insel Gallopoli vor der Türkei zu erobern, um den Zugang zum Marmara-Meer für die allierten Flotten zu ermöglichen. Die Insel ist aber sehr felsig an der Küste und daher leicht zu verteidigen gewesen. Da Australien zum Commenwealth gehörte und viele Kolonien wie Indien bereit waren Soldaten zu schicken, “verheizte” Churchill diese und nicht englische Truppen. Über 10.000 Soldaten aus Australien und Neuseeland starben innerhalb kürzester Zeit. Für ein Land das kaum mehr als 2 Millionen Einwohner hatte (heute 22 Millionen), schon ein empfindlicher Verlust. Daraus hat sich der Mythos entwickelt, dass Asutralien etwas für die Freiheit der Welt getan hat. Die Schlacht hat zwar nichts gebracht und war auch nur ein Nebenkriegsplatz. Im Fernsehen war es jedenfalls interessant anzuschauen, wie die 100 jährigen Männer aus dem Altenheim im Rollstuhl auf die Paradenstraßen gefahren wurden und in voller Uniform und Ordentracht gerührt den Menschen zugewunken haben. Um ein Nationalgefühl zu erzeugen keine schlechte Gelegenheit. Die ganze Militärgeschichte ist aber bei weitem nicht so offensiv wie in den US, sondern eher sympathisch und damit gut zu verfolgen .In jedem Fall ein neue, interessante Erfahrung…
|
Mein bisheriger Australien-Höhepunkt war der Trip mit der Universität auf die eigene Research-Station auf Heron Island mit im Great Barrier Reef. Am Anfang war ich ja skeptisch, hatte nach den ersten Uni-Assignements gar keine Lust wieder auf Reise zu gehen Doch Heron Island war ein Traum. Eine richtige Südseeinsel weit vor den Küsten Australiens. Seltene Vögel wie Sturmtaucher leben hier und Logger Head Schildkröten legen hier ihre Eier am Strand ab. Gerade zu unserer Zeit sind die letzten Schildkrötenbabys geschlüpft, wir haben’s leider verpasst.

Muss aber ein großes Gemetzel gewesen sein, was an den Eierschalen, den Spuren und Erzählungen der Stationsmitarbeiter abzulesen war. Möwen greifen sich aus der Luft die kleinen Schildkröten, hunderte von Haien und Rochen warten im Wasser zum fressen. So ist der Lauf der Dinge... Das große und flache Riff um die kleine Koralleninsel war traumhaft zum Schnorcheln und Tauchen. Hier lebt das Great Barrier Reef mit schillernden Farben, übersprudelndem Leben und spektakulären Riffbewohnern wie Logger Head Schildkröten, Riffhaien und riesigen Stachelrochen. Wir sind den ganzen Tag fast nur geschnorchelt, vier- oder fünfmal am Tag. Ich konnte im Prinzip auch nicht genug davon bekommen und bin alleine mit Arie, meinem Schnorchel-"Buddy" getaucht. Alleine im Shark-Bay war schon verrückt... Beim Fotografieren von Sting-Rays ist Arie ein hohes Klickgeräusch aufgefallen und dachte an Delfine. Als er sich umdrehte schaute er direkt einem 2 Meter Reef-Shark in die Augen.
Der erschrak aber genau so und schwamm wieder ruhig davon. Ich bin aber hinterher und habe ein paar tolle Fotos bekommen. Nachts im Reef tauchen war auch eine besondere Erfahrung und mit der Taschenlampe spannend die Korallenbänke nach schlafenden Schildkröten oder Haien abzusuchen. Am letzen Tag durften wir dann wirklich ins offene Riff und die großen Fische entdecken. In vier Meter tiefe tauchte dann auch ein 2,5 Meter großer Black Tip Riffhai auf. Ich bin hinab getaucht und habe ihn kurz begleitet. Er hat mich sogar kurz gezogen, als ich mich am Schwanz festgehalten habe... Unser Projekt haben wir übrigens als "best-overall" Gruppe auch gewonnen. Wir haben also auch akademisch richtig gearbeitet. Ist ja nicht so, dass wir zum Spaß da gewesen wären. Der Preis war ein Packung TimTams, australische Schokokekse. Diese Auszeichnung macht Hoffnung auf einen besseren und leichter zu schreibenden Report als den ersten von Stradbroke Island. Die Forscher und Mitstudierenden (meist aus den USA) waren auch sehr nett, sogar die Bauarbeiter, die die kürzlich abgebrannte Station wieder aufbauen, gaben uns ein Bier aus und schauten mit uns abends Rugby im Fernsehen. Warum ich wieder von der Insel wieder runter gegangen bin, fragt man sich da vielleicht. Tja, keine Ahnung. Auf jeden Fall hätte ich doch noch ein paar Tage länger im Paradies ausgehalten...
|
Unser erstes australisches Sportspektakel führte uns ins Gabba, dem großen Kricket und Australia Footballstadion um uns die Brisbane Lions anzuschauen. Australian Football, kurz AFL, ist eine Variante des irischen Gaellic Football und wird vor allem in Melbourne und im Süden von Australien als Quasi-Religion verehrt. Diese Sportart ist dieses Jahr 150 Jahre alt geworden und formt die sportlich-patriotische Identität der Australier (unter anderem Werbespots im Fernsehen - "The sport that made Australia").  Die Brisbane Lions sind eigentlich ziemlich erfolgreich in der AFL, haben 2001-2003 dreimal hintereinander gewonnen. In den letzten Jahren sind sie aber ins Mittelmaß zurück gefallen. Ein bisschen wie bei Borussia Dortmund ;-) Das Spiel ging dann auch 71:88 vor heimischer Kulisse gegen die Sydney Swans (ein Schwan ist aber auch ein Furcht einflößender Tiername). Macht nichts, Jörg und ich waren mit Andrew und Geoff, meinen australischen Freunden aus dem Politik-Seminar und Lauren, Stephanie und Amy aus Amerika da. Unsere Karten waren mit 16,70 Dollar ziemlich günstig, hatten auch das Tribünendach über uns. Hinter uns krakelte eine ziemlich alkoholisierte, uralte Dame ununterbrochen "Go, Swanies" und vor uns saßen die anderen eingefleischten Sydney-Fans, die immer kritisch nach hinten blickten, wenn wir einen erfolgreichen Kick der Lions bejubelten. Die Fahne der Lions für 20 Dollar haben wir aus lokalpatriotischen Gründen natürlich auch gekauft. Ein paar Sachen könnten für den Fußball von der AFL auch übernommen: härtere Typen, keine Heulerei, mehr Zweikämpfe und schnelleres Spiel. Naja Fußball ist auch in Ordnung, nur da in Australien und den Medien überhaupt kein Fußball läuft, ist AFL doch ein nette Alternative. Ansonsten bliebe ja nur Kricket, Snooker oder dicke Kugeln nah ein eine kleine Weiße werfen (wie auch immer das Spiel nicht Sport heißt)....
|
Ich melde mich heute mal direkt aus der Uni Bibliothek. Heute Morgen hatte ich ein Foto Shooting an der Universität. Man mag es kaum glauben, aber ich bin Model und Aushängeschild der University of Queensland. Das hat ne Menge Spaß gemacht. Waren verschiedene Studenten da, wie z.B. aus Irland, USA und natürlich einige Asiaten.

Da nur drei Jungs und zehn Mädels da waren, wurde ich natürlich vermehrt für Fotos verwendet. Der Uni eigene Fotograf hat mitten auf dem Great Court ein paar Bilder mit uns gemacht. Der Great Court ist hier der Innenhof mit Wiese und schönen Bäumen, umgeben von den schönen Sandsteingebäuden. Die Bilder hab ich euch doch schon mal in Deutschland gezeigt. Abzüge von den Bildern sollen wir auch (gedruckt und digital) bekommen. Da ich ja eh mal die Uni fotografieren wollte und bislang noch nicht dazu gekommen bin, habe ich jetzt hoffentlich ein paar schöne. Ich stelle sie vielleicht in den folgenden Blogs auf die Internetseite. Die Fotos sollen für die Homepage und für Promotion Material verwendet werden, also für Prospekte über die Uni und Flyer etc. Das wird speziell eine Variante für internationale Stundenten und soll dann weltweit Studenten für die Uni anwerben. Eigentlich könnte mir die Uni doch jetzt meine Studiengebühren wiedergeben. Ich geh jetzt in mein Ostasien Tutorium und lerne etwas über Japan!
|
Die schönen Zeiten sind vorbei. Unbeschwerte Tage und Reisen nun, denn…das Uni-Leben hat mich wieder. Nach Trips auf Stradbroke und Fraser Island sowie diversen entspannten BBQ Abenden inklusive meinem Geburtstag folgen im April die Assignments für meine Unikurse. Der erste Bericht über meinen wissenschaftlichen Ausflug nach Stradbroke Island mit der UQ muss schon am 10 April abgegeben werden. Leider habe ich von biologischen Arbeiten kaum Ahnung, dazu noch auf Englisch! Na ja ich hoffe unser Gruppentreffen am Wochenende bringt mich weiter. In Communication Studies muss am 18 April ebenfalls ein Assignment abgegeben werden. Da bin ich gerade dran. Zitation, Struktur und Argumentation sind hier aber schon anders als in Münster, daher bleiben viele Fragen offen. Die meisten Tutoren sind aber nett und beantworten geduldig meine Fragen. Meine Ostasienforschungen gehen auch hier weiter. Zwei Assignments schreibe ich da nämlich über die US-Beziehungen nach Ostasien und die chinesisch-japanischen Beziehungen. Das macht mir schon Spaß. Also alles halb so wild, auch wenn es mehr Aufwand als in Deutschland bedeutet. Dafür haben wir uns die Belohung schon selber besorgt. Wir fliegen nämlich Ende April nach unseren ersten, hoffentlich erfolgreichen Assignments nach Melbourne ;-)
|
Tja jünger wird man nun wirklich nicht. Auch mit meiner Reise nach Australien hat die Zeit nicht vor meinem Geburtstag halt gemacht und musste halt hier gefeiert werden. War aber trotzdem ein ziemlicher Kracher. Wie halt die meisten Geburtstage bei mir nach demselben Schema ablaufen. Viele verschiedene Leute fragen, erste Absagen kassieren, unmotiviert sein und am Ende kommen dann doch alle – oder zumindest unerwartet neue Freunde. Die internationale Mischung war allerdings auch für meinen Geburtstag neu. Brasilianer, Japanerinnen, Australier, Kolumbianer und natürlich Deutsche war schon ein bunter Haufen. 
Der Garten hatte als Partyplatz schon seine Feuertaufe in diversen BBQ Abenden unter Beweis gestellt und so war auch an meinem Geburtstag abends nach „australischer“ Art „Barbie“ angesagt. Jörg hat seine Computerboxen wieder aus seinem Fenster in den Garten baumeln lassen, der Grill wurde mit der Wohnzimmerlampe angeleuchtet und das verbrennende Fett zog in Luftschwaden über unseren Köpfen hinweg und zog direkt in die Klamotten ein, die noch auf der Wäscheleine hingen. Ziemlich dämlich, die Flecken gehen nur noch schwer raus. Macht aber nichts… Tobias ist auch extra von seinem Fieldtrip aus dem Outback zurückgekommen, was ich ihm hoch anrechne. Mitten in der Halbwüste hat er auch noch aufgebrochene Steine gefunden, die Opale beinhalteten und mir ein paar geschenkt. Die Party hat sich im nach hinein also wirklich gelohnt, auch wenn es im Chaos vorher immer anders aussieht….
|
Mein Semester an der University of Queensland in Brisbane ist gerade im vollen Gange. Anders als in Deutschland, wo das Semester an meiner Heimatuni Münster gerade erst wieder losgeht, läuft der Unibetrieb hier schon seit Ende Februar. Die Mid-Semester Breaks (eine Woche frei!) sind gerade zu Ende gegangen und ich habe die Zeit natürlich nicht zum lernen genutzt, sondern bin ausführlich gereist. Ein Trip hat uns für ein
paar Tage nach Fraser Island verschlagen, die größte Sandinsel der Welt 180 km nördlich von Brisbane. Die Insel ist naturtechnisch so spektakulär, dass nicht nur Touris und Backpacker auf die Insel kommen, sondern auch "echte" Australier, um diese Perle zu bestaunen. Über 120 km erstreckt sich diese Sandinsel in den Pazifik und wird vor allem durch den dichten Regenwald zusammengehalten. Mit einem gemieteten Allrad Jeep konnte man die endlosen Strände herunterbrausen und die "Hotspots" ansteuern. Zum einen natürlich der Regenwald mit großen Waranen und wilden Dingos (die hier als reinrassig gelten). Kängurus und Koalas hat man hier vergeblich gesucht. Ob sie nun den Sprung auf die Insel verpasst haben oder von den Dingos verputzt wurden, konnte sich nicht gänzlich klären lassen. Im Pazifik schwimmen war übrigens streng untersagt und auch sinnvoll, da es von Haien nur so wimmelt. Ein paar Leute haben mir erzählt, dass die Aggressivität, mit der die Haie hier umher schwimmen von genetischer Mutation durch frühere Atomtests in nahe gelegenen Atollen (Mururoa oder Bikini?!) herrührt. Naja eher so ein Touristengespenst. Dafür konnte man in den Süßwasserseen auf der Insel schwimmen gehen. Der Lake McKenzie ist kristallklar und voller Blaufacetten. Diese Abkühlung war dann auch ziemlich ungefährlich. Interessanter fand ich aber noch den Ausguck von Indian Heads, einer hohen Felswand, von der man ins klaren Ozeanwasser blicken konnte und Haie, Rochen und Schildkröten beobachten konnte. Sehr beeindruckend. Abends konnten wir dann am Strand campen, internationale Bekanntschaften schließen (unser Jeep war dänisch, schwedisch, australisch, italienisch und natürlich deutsch besetzt) und den absolut spektakulären Sternenhimmel beobachten. Neben einem saßen dann auch wieder die Dingos, die Hunger hatten und das Camp plündern wollten…
|
Ich bin gestern von meinem ersten Field Trip mit der UQ nach Hause gekommen. Der Trip war total toll! Wir waren drei Tage auf der Insel, die direkt vor der Küste von Brisbane liegt. Die Gruppe mit 60 Leuten bestand fast nur aus Amerikanern und Kanadiern. Abgesehen von fünf Deutschen, einer Tschechin und Trinidad/Tobago waren fast 50 Nordamerikaner dabei. Hat aber viel Spaß gemacht,

die meisten waren echt nette Begleiter und dem Englisch sprechen hat es auch nicht geschadet. Am ersten Tag haben wir die Küste und das Watt (hier wird vor allem über die Auswirkung der Gezeiten auf die Flora und Fauna geforscht) genauer kennen gelernt. Ich hab mir natürlich sofort die erste Krabbe aus den Klippen gefischt. Fanden die Leiter auch toll, da es so was zu zeigen und erklären gab. Am zweiten Tag haben wir und in Gruppen aufgeteilt und uns Forschungsaufgaben für unser zweites Essay gewidmet. War aber gar nicht so schwer, unsere Gruppe (Jörg, ich und zwei weitere Deutsche plus Drew dem Amerikaner und Jane aus Kanada) war für das Fischernetz, das wir bei Ebbe im flachen Wasser rausgetragen haben und versucht haben Fische mit dem Netz (50 Meter lang und an beiden Seiten gezogen) zu fangen. So gingen auch einige interessante Fische ins Netz: Barrakuda ähnliche Longtoms, Skorpionfische, bunter Aquarium Fische und schließlich haben wir tatsächlich noch einen riesigen Stachelrochen gefangen!!! Bilder muss ich noch nachschicken. Der Rochen war über einen Meter breit und bestimmt 50 Kilo schwer. Total beeindruckend. Bei der Präsentation am Abend und dem Zeigen des Videos war unsere Gruppe natürlich am gefragtesten.

Am dritten Tag durften wir die Insel genießen und sind an der Küste entlang durch einen Nationalpark gestiefelt. Im Meer schwammen Schildkröten, die man von oben sehen konnte und im Wald liefen wilde Kängurus umher von denen ich auch ein paar Bilder habe. Das war mal echt Australien. Zum Abschluss noch ein kleines Bad und dann wieder zur Uni pünktlich zur Vorlesung. Stress kann man das ja nicht nennen... Dafür sehen wir hier echt super viele interessante Dinge.
|
|
|
|